Fernweh – Heimweh

Vor einigen Tagen hat Cocolina einen dieser Dia-Vorträge besucht, die es in unserer reise- und sportbegeisterten Region zu gefühlt Hunderten pro Jahr gibt. Hans Thurner, Berg- und Schiführer, referierte über seine Reise von Wien nach Nizza, über den gesamten Alpenbogen:  Zu Fuss über die Alpen – in 101 Tagen von Wien nach Nizza.

Wunderschöne Bilder, ein spannender und humorvoller Vortrag, der nicht nur die Highlights dieser Reise ansprach, sondern auch die „Lowlights“ – als er und seine Begleiterin ans Aufgeben dachten, Tage und Wochen mit Dauerregen, Schwierigkeiten, die sie an die Grenze der Leistungsfähigkeit und der Motivation brachten. Alles in allem also, was man sich von so einem Vortrag erfahrungsgemäß erwarten darf. (Es gibt auch einen lesenswerten Blog dazu.)

Fast spannender fand Cocolina jedoch die Idee selbst. Allzu oft kommen solche Vorträge mit Fernweh-Themen: zu Fuss durch die Atacama, auf dem Rad durch die Salzwüste, die höchsten Himalaya-Gipfel in x Tagen… Wie „einfach“ hingegen die Idee von Thurner und seiner Partnerin: Mit den Öffis an den Rand ihrer Heimatstadt Wien, und dann einfach losgehen, mit zwei Rücksäcken, einem Mini-Zelt, und Lebensmitteln nur für den Notfall, falls sich nämlich keine Hütte oder Alp finden würde.
Warum in die Ferne schweifen? Ein Gedanke, der Cocolina und Herrn K schon beim letzten Urlaub gekommen ist, und den sie einmal mehr bestätigt sahen. Wir leben in einer der schönsten Regionen der Welt, Berge und Seen direkt vor der Haustüre, und doch nützen wir dieses Geschenk viel zu wenig. Nicht, dass jetzt gleich die Wanderschuhe im Hause K geschnürt würden, aber der Vorsatz ist da, zumindest für eine „kleine“ Mehrtageswanderung (2 Tage sind auch schon mehrere, oder?), und die Schönheiten von „zu Hause“ etwas mehr würdigen. Auch – oder vielleicht gerade weil – der nächste Langstrecken-Urlaubsflug bereits gebucht ist.
Buch Hans Thurner
2000 km Freiheit, Hans Thurner (c) Hans Thurner

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