Fan oder nicht Fan

So alle paar Monate gehen Herr K und Cocolina in die kleine große Stadt zum Fussball gucken. Die Beweggründe des Herrn K liegen im Dunkeln, jene von Cocolina sind klar: in guten wie in schlechten Zeiten, also auch für 90 Minuten Fussball (ist ja ein vergleichsweise kleines Opfer). Zumindest gibt es da eine Brodwurscht und man kann „Leute schauen“.

Ist man nicht gerade Fan der einen oder der anderen Mannschaft, und hat man mit Fussball generell wenig am Hut, kann man so ein Match ja ziemlich entspannt angehen. So auch an diesem kalten und verregneten Frühlings-Sonntagnachmittag.

Nach 45 Minuten: Halbzeit, die Heimmannschaft liegt mit 0:1 im Rückstand, und selbst Cocolina schwant, dass sich die heimischen Jungs (in grün) böse werden anstrengen müssen, um mit einem Sieg vom Platz zu gehen.

Kurz nach der Pause fällt aber das zweite Tor (huch, schon wieder für die Gäste…) und dann geht es Schlag auf Schlag. Am Ende schleichen die Grünen unter Pfiffen der eigenen Fans für ein desaströses 0:7 wie begossene Pudel (das Wetter hat sich inzwischen auch nicht gebessert) vom Platz. Wohlgemerkt: Hier geht es nicht um ein Dorf-Grümpelturnier, sondern höchste Schweizer Fussballkunst vor fast 15.000 Zuschauern.img_1385
Wie gesagt, Cocolina ist das ziemlich egal, auch ob die heimischen Grünen gewinnen oder nicht und wer überhaupt. Nicht so jedoch den beiden knapp mal meterhohen Fans direkt in der Reihe dahinter. Nicht nur, dass sie jeden Spieler namentlich und an der Nummer auf dem Trikot erkennen (was allein schon höchste Bewunderung verdient) und seine sämtlichen Eigenheiten zu kommentieren wissen. Da wird der Schiri als „blind“ erkannt, ein glückloser Spieler muss sich im hellen Sopran anhören er solle doch besser „segglä statt umenandliggä“ [Anm.: rennen statt herumliegen], und überhaupt bekommen Herr K und Cocolina langsam den Eindruck, dass die beiden jungen Herren den Fussball deutlich ernsthafter sehen als die elf in grün da unten auf dem Rasen.

Je länger jedoch sich die Minuten ziehen, je deutlicher die Ausmaße des Debakels – umso stiller werden die beiden hellen Stimmchen. Dann kommt die endgültige Vernichtung:

– I bin jo bis hüt en Fan vom FC St.Galle gsi [das sind die glücklosen Grünen]. Bisch du au en Fan?

– Bis jetzt scho. Abr die künnen do nid tschuttä [Fussball spielen]. Do wird i liäber Fan vo Lugano!!!

Mein lieber Schwan. Lugano. Und das von einem Ostschweizer. Schlimmer kanns für die Grünen wohl nicht mehr kommen…

Ein Gedanke zu “Fan oder nicht Fan

  1. OK, du hast es auf den Punkt gebracht, auch am Fernsehen war der Match nicht spannender oder interessanter, aber wenigstens war es etwas gemütlicher und wärmer Vielleicht erleben wir ja noch den Abstieg der Grünen

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