Mieses Öffi-Karma

Herr K. und Cocolina sind sich ja meistens und in den meisten Punkten des täglichen Lebens einig. Und wenn nicht, dann gibt es halt  einen Kompromiss. Und der funktioniert dann meistens. Nicht ganz einig sind die beiden sich jedoch, wenn es um das jeweils liebste Transportmittel geht. Cocolina plädiert hier gerne für Öffentliche Verkehrsmittel – in der Schweiz pragmatisch-schlicht „ÖV“ genannt, in Österreich hingegen liebevoll „Öffis“ (noch schöner: die Straßenbahn, die in Wien „Bim“ genannt wird). Dem Herrn K. hingegen geht nichts über seinen Großen Braunen.
Grundsätzlich versteht Cocolina das ja. Der Große Braune ist zugegeben ein sehr bequemes Fortbewegungsmittel, und der Herr K. muss berufsbedingt halt flexibel sein – zeitlich wie örtlich. Der Herr K. widerum versteht grundsätzlich Cocolinas Hang zu den Öffis und unterstützt ihn gerne duch diverse Aktionen (vom Bahnhof abholen, zum Beispiel).
Grundsätzliches Verständnis ist also auch bei diesem Thema gegeben. Eigentlich.
Scheinbar regelmäßig jedoch führt es zu mittleren häuslichen Dramen, wenn sich diese beiden verständnisvollen Welten mischen. Korrigenda: Sie ereigenen sich ausschließlich und nur dann, wenn der Herr K. von Cocolina liebevoll davon überzeugt wird, auch mal die Öffis zu benutzen (die gemeinsame Benutzung des Großen Braunen war bisher relativ problemlos. Was hinter der Verwendung von „relativ“ in diesem Satz steckt, ist eine andere Geschichte, die aber mangels technischen Verständnisses nicht erzählt werden kann).
Der bisherige Höhepunkt des K.schen Öffi-Debakels war eine gemeinsame Reise nach Salzburg, oder besser deren Rückfahrt. Nach pünktlicher Abfahrt des Zuges am Nachmittag kam schon bald der Stillstand, die Rückfahrt an den Ausgangsort, weiterer Stillstand, das Umsteigen in einen anderen Zug, stundenlange Bummelei über das Nicht-Deutsche-Eck und die Ankunft im Happy Valley deutlich nach Mitternacht. Schuld an den rund zwölf (statt vier) Reisestunden war ein Föhnsturm. Oder Herrn K.s mieses Öffi-Karma.
Nicht zeitlich, gefühlt jedoch sonst nahe an dieses Drama kam dann der nächste Versuch, eine gemeinsame Busfahrt von einem Event. Dieser fand unglücklicherweise sozusagen in der Schweizer Pampa statt. Mit dem Auto nicht weit von der großen Stadt, aber wenn der Event sich um Alkohol dreht (in Maßen, aber immerhin), der Bus nach Einbruch der Dunkelheit nur noch stündlich fährt, und dann auch noch zu spät, sodass der Anschluss in der großen Stadt verpasst wird… und so weiter und so weiter. Wie gesagt: Mieses Öffi-Karma.
Unfassbar stolz war also Cocolina vor wenigen Tagen, als Herr K. mit der Bahn zu einem beruflichen Termin fuhr – freiwillig und ohne jeden weiblichen Einfluss. Und auch wieder retour. Und alles ging gut. Keine Verspätung, kein verpasster Anschluss, sogar das Wetter spielte mit.
Alles gut also jetzt mit dem Karma?
Oder, so fragt sich Cocolina, kann es etwa sein, dass SIE das miese Öffi-Karma des Herrn K. ist??

2 Gedanken zu “Mieses Öffi-Karma

  1. Liebe arme Cocolina, mach dir keine Gedanken du bist bestimmt nicht das miese Öffi-Karma oder Schuld an jenem; bei manchen Männern steht das Auto (bzw. bei uns das Saxophon) an erster (oder gemeinsam mit uns Frauen) an erster Stelle.

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