Aufgeräumt

Frau könnte ja DIE wichtige Neuigkeit oder Neuheit versäumen… Die Angst vor diesem Super-GAU muss wohl verantwortlich dafür sein, dass Cocolina so etwa 30-40 (!) Newsletter pro Woche (!) erhält – vom Wäschehaus und vom Outdoor-Laden, vom Reise und vom Event-Veranstalter, von diversen Tageszeitungen, Zeitschriften und Blogs,… Irgendwann im Lauf der vielen Jahre gab es bestimmt für jeden einzelnen davon einen Grund, warum er damals abonniert wurde und heute immer noch ungestraft und unhinterfragt Cocolinas Mailbox zumüllen darf.

Bisher wurden die meisten davon einfach gelöscht – ihr kleines Newsletter-Leben innerhalb von Sekunden nach Ankunft einfach ausgelöscht, per Wisch oder per Klick. So richtig bewusst wurde Cocolina die tägliche Newsletter-Flut erst vor kurzem, als aus unerfindlichen Gründen eine ungewöhnliche Vielzahl innerhalb weniger Stunden in die Inbox schneite. Lag es am Monatsanfang, kurz nach Weihnachten, dass die Werbefuzzis diverser Handelshäuser Kauflust und fette Geldbörsen witterten? Oder war es schlicht Zufall? Auf Cocolina hatte diese Newsletter-Überflutung jedenfalls nicht die erhoffte Wirkung. Im Zuge einer längeren Zugfahrt (unbeabsichtigtes Wortspiel!) wurden kurzentschlossen die Inbox und „Gelöschte Objekte“ minutiös durchsucht. Zig Clicks auf „Abmelden“ später war Schluss mit News-Müll, Schluss mit reißerischen Schlagzeilen, und auch Schluss mit der Verführung zu unreflektiertem Konsum… Überlebt haben die Radikalkur nur noch eine Handvoll Newsletter, die von Cocolina wirklich regelmäßig gelesen werden.

Zugegeben, etwas leid taten der Kommunikationsfrau Cocolina dabei die Kollegen, die hinter den ganzen Newslettern stecken. Jeder „Abmelden“-Click bedeutet für sie einen User weniger in der Statistik, und das muss man dem Chef dann irgendwie erklären. Aber da müssen die jetzt durch!

Schon nach den ersten paar Abmeldungen stellte sich ein ziemlich befriedigendes Gefühl ein. Irgendwas mit Befreiiung. Und ein ganz klein wenig Trotz war dabei. Denn schließlich ging es auch ein bisschen um Verweigerung, um ein bisschen Bekenntnis zum Minimalismus, um ein bisschen Auflehnung.

Jetzt hofft Cocolina nur, dass sich nicht Panik breit macht, wenn die Inbox nicht mehr bei jedem „Refresh“ neue Mails zeigt. Aber vielleicht ist das ein Schritt, „echte“ Kommunikation wieder bewusster zu erleben, und nicht zuletzt auch schneller auf die Mails jener zu reagieren, die wirklich kommunizieren wollen.

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